Egal ob es sich über längere Zeit angekündigt hat oder ganz plötzlich passiert: Wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird, ist das ein Schock für alle – sowohl für die Betroffenen selbst, als auch für die Familie. Schnell stellt sich die Frage: Wie kann die jetzt benötigte Pflege des Angehörigen sichergestellt werden?

Die Pflege eines Angehörigen ist mit viel Aufwand verbunden und kann sich schnell überfordernd anfühlen. Und es ist auch nicht immer möglich, dass die pflegebedürftige Person ausschließlich zuhause und von Familienangehörigen gepflegt werden kann.
Wenn diese durch Arbeit und Alltag sehr stark eingebunden sind, zu weit weg wohnen oder sich körperlich oder psychisch der Aufgabe nicht gewachsen fühlen, stellt sich schnell die Frage: „Wie organisieren wir die Pflege des Angehörigen?”
Oft fällt die Entscheidung dann auf Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst. Doch das wirft bereits die nächsten Fragen auf:

  • Welcher ambulante Pflegedienst ist der richtige?
  • Was muss bei der Auswahl eines ambulanten Pflegedienstes beachtet werden?
  • Und an wen wendet man sich?

DeinePflege.de erklärt dir Schritt für Schritt, wie du die optimale Betreuung im Pflegefall organisieren kannst.

Ein ambulanter Pflegedienst ist nicht das Richtige für dich?
Kein Problem. Es gibt noch andere Möglichkeiten:

  • Tages-/NachtpflegeEine Kombinationslösung aus häuslicher und stationärer Pflege, mit der die dauerhafte Betreuung für Pflegebedürftige garantiert werden kann.
  • KurzzeitpflegeDie Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum in einer stationären Einrichtung gepflegt zu werden.
  • VerhinderungspflegeEine vorübergehende Pflege durch einen ambulanten Dienst, die dafür sorgt, dass Pflegebedürftige auch während einer kurzen Abwesenheit der pflegenden Angehörigen angemessen betreut und versorgt werden.

Schritt 1: Pflegebedürftigkeit durch Pflegegrad feststellen lassen

Bist du selbst oder ein pflegebedürftiger Angehöriger für mindestens 6 Monate auf Unterstützung im Alltag angewiesen, so besteht möglicherweise der Anspruch auf Pflegegeld. Um diese Leistung zu erhalten, muss zunächst ein Erstantrag auf Pflegegrad bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden, um die Pflegebedürftigkeit feststellen zu lassen. Diese wird durch die Vergabe eines offiziellen Pflegegrads (1 - 5) festgelegt und der widerum ist die Grundlage dafür, dass ein Pflegedienst überhaupt beauftragt werden und die Pflegekasse die Kosten übernehmen kann. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, kann ein ambulanter Pflegedienst die Betreuung übernehmen.

Bisher war das Beantragen eines Pflegegrades kompliziert und zeitaufwendig: Zunächst musste ein komplexes und sehr umfangreiches Formular in Papierform bei der Pflegekasse angefordert werden, welches händisch ausgefüllt und unterschrieben und per Post an die Pflegekasse zurück geschickt werden musste. Vom ersten Anfordern des Antragsformulars bis zur Bearbeitung durch die Pflegekasse und dem tatsächlichen Erhalt des Pflegegrades konnten so schnell einige Wochen oder Monate vergehen.

So geht's schneller:

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Schritt 2: Umfang der Pflegeleistung bestimmen

Bevor du einen ambulanten Pflegedienst beauftragst, solltest du unbedingt klären, in welchem Umfang Hilfe benötigt und in Anspruch genommen werden soll, da nicht jeder Pflegedienst alle Aufgaben übernehmen kann. Beispielsweise verfügen nicht alle Pflegedienste über Fach-Personal für ambulante psychiatrische Pflege, Palliativversorgung oder Kinderkrankenpflege.

Grundsätzlich bieten Pflegedienste Folgendes an:

  • Pflegerische Grundleistungen (Körperpflege)
  • Unterstützung bei der Ernährung
  • Unterstützung bei der Mobilisierung
  • Medizinische Behandlungspflege (vom Arzt verordnet)
  • Unterstützung im hauswirtschaftlichen Bereich
  • Beratung rund um die häusliche Pflege

Geht am besten gemeinsam Schritt für Schritt den Alltag der zu pflegenden Person durch und legt genau fest, in welchen Bereichen konkreter Bedarf nach pflegerischer Unterstützung besteht. So schafft ihr Klarheit darüber, was genau der Pflegedienst leisten und können muss.

Wenn du dir hier selbst noch nicht ganz sicher bist, kann es helfen, über den Zeitraum einer Woche täglich zu notieren, wann welche Art von Unterstützung benötigt wird.

Folgende Fragen können dir dabei helfen:

  • Was kann ich / der Pflegebedürftige selbstständig erledigen?
  • Können Angehörige hier unterstützen? In welchem Ausmaß? Wo sind die Grenzen?
  • Besteht Unterstützungsbedarf bei Tätigkeiten im Haushalt?
  • Besteht Hilfebedarf bei der Grundpflege?

Schritt 3: Welche Art der Hilfe wird benötigt?

Nachdem der gewünschte und benötigte Umfang der pflegerischen Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst ermittelt wurde, geht es darum, folgende Punkte festzulegen:

  • welche konkreten Aufgaben soll der Pflegedienst übernehmen?
  • in welchem zeitlichen Umfang soll die Betreuung stattfinden?

Folgende Bereiche solltest du hierbei bedenken und besprechen:

  • Grundpflege:
    z.B. Körperpflege, Ernährung, Hilfe beim Anziehen, Treppensteigen
  • Hauswirtschaftliche Versorgung:
    z.B. kochen, einkaufen, putzen, Wäsche waschen
  • Medizinische Versorgung:
    z.B. Verabreichung von Medikamenten oder andere vom Arzt verschriebene Maßnahmen
  • Betreuung:
    z.B. vorlesen, spazierengehen, unterhalten

Schritt 4: Bedarf der medizinischen Versorgung bestimmen

Besteht bei dir oder deinem pflegebedürftigen Angehörigen der Bedarf einer speziellen medizinischen Versorgung? Da nicht alle ambulante Pflegedienste jede Art der medizinischen Versorgung abdecken, ist dies ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des passenden ambulanten Pflegedienstes.

Mögliche medizinische Leistungen, die ein ambulanter Pflegedienst erbringen kann:

  • Medikamente verabreichen
  • Injektionen geben
    z.B. Insulin- oder Thrombosespritzen
  • Verbände wechseln
  • Blutzucker messen
  • Blutdruck messen
  • Wundliegen vorbeugen
  • Kompressionsstrümpfe anziehen
  • Stomaversorgung bei künstlichen Ausgängen
  • Einläufe durchführen

Schritt 5: Beratungsgespräch mit ambulantem Pflegedienst führen

Wenn du deine Liste an Kriterien und Anforderungen an einen Pflegedienst zusammengestellt hast, kannst du Kontakt mit den Kandidaten aufnehmen, die für dich in Frage kommen.
Eine Liste möglicher Anbieter erhältst du bei der zuständigen Pflegekasse, die bei der Krankenversicherung angesiedelt ist, oder auf diversen Webseiten im Internet (z.B. https://www.pflegelotse.de)

Um alle Details der anstehenden Pflege zu besprechen, bieten ambulante Pflegedienste in der Regel kostenlose Hausbesuche an. Bei diesem Termin kann sich der Mitarbeiter ein Bild der Pflegesituation und des Pflegebedürftigen machen. Und auch du kannst in diesem persönlichen Gespräch schnell erkennen, wie der ambulante Pflegedienst arbeitet und ob du dir eine Zusammenarbeit vorstellen kannst.

Diese Themen solltest du bei einem Beratungsgespräch unbedingt besprechen:

  • Umfangs der Pflegeleistungen
  • Alle konkreten Aufgaben, die übernommen werden sollen
  • Individuelle Wünsche
  • Klärung des Abrechnungsverfahrens
  • Anforderung eines Kostenvoranschlags
  • Sonstige persönliche Umstände

Zusätzlich empfehlen wir dir, bereits vorab Fragen zu notieren, die du dem Pflegedienst während des Beratungsgespräch stellen möchtest. Diese können dich selbst oder die pflegebedürftige Person betreffen. Es gibt keine dummen Fragen!

Hier sind einige Anregungen:

  • Hat der Pflegedienst einen Versorgungs- und Vergütungsvertrag mit der Pflegekasse, damit die Dienstleistungen abgerechnet werden können?
  • Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse? Welche Leistungen musst du selbst tragen?
  • Kann der Pflegedienst alle Leistungsbereiche abdecken, die wichtig für dich sind?
  • Hat der Pflegedienst mehr Fachkräfte als Hilfspersonal?
  • Befindet sich der Standort des Pflegedienstes in deiner Nähe? Sind kurze Anfahrtswege sichergestellt?
  • Ist der Pflegedienst ständig erreichbar, um in Krisensituationen schnell zu helfen?
  • Bekommst du einen festen persönlichen Ansprechpartner?
  • Kann der Pflegedienst gewährleisten, dass die Pflege immer von den gleichen Mitarbeitern übernommen wird?
  • Kann der Pflegedienst auf deine individuellen Bedürfnisse eingehen, zum Beispiel durch zeitlich flexible Einsätze?

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