Das Wichtigste in Kürze: Das musst du über die Digitalisierung in der Pflege wissen!

  • Das sogenannte „Digitale Versorgung und Pflege-Modernisierungs-Gesetz“ (DVPMG) soll das Gesundheitswesen und die Pflege digitaler gestalten.
  • So soll es für Pflegebedürftige zukünftig möglich sein, eine finanzielle Unterstützung für Apps zu erhalten und Pflegeanwendungen auch digital zu beantragen.
  • E-Rezepte und elektronische Patientenakten sollen dabei helfen, das Gesundheitswesen und die Pflege zu vereinfachen.

1. Was steckt hinter dem Digitalisierungsgesetz und wie kann es die Pflege optimieren?

„Gute Pflege braucht menschliche Zuwendung. Sinnvolle Apps und digitale Anwendungen können Pflegebedürftigen aber helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen. Deshalb machen wir digitale Helfer jetzt auch für Pflege nutzbar. Wir erleichtern den Zugang zur Videosprechstunde, entwickeln die elektronische Patientenakte und das E-Rezept weiter. Und die Telematikinfrastruktur bekommt ein nutzerfreundliches Update. Die Pandemie hat gezeigt, wie sehr digitale Lösungen die Versorgung verbessern. Mit dem neuen Digitalisierungsgesetz machen wir unser Gesundheitswesen zukunftsfester“, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und erklärt damit die Gründe für das Digitalisierungsgesetz, das Ende Januar 2021 vom Bundeskabinett verabschiedet wurde und bis Mitte des Jahres in Kraft treten soll soll.

Die Digitalisierung ist nämlich mittlerweile fester Bestandteil unseres Alltags – und sollte auch um die Pflege keinen Bogen machen. Das „Digitale Versorgung und Pflege-Modernisierungs-Gesetz“ – kurz DVPMG – soll eine finanzielle Unterstützung für Apps gewährleisten und dafür sorgen, dass sowohl die Pflege als auch das gesamte Gesundheitswesen im Sinne der Digitalisierung weiterentwickelt wird. Während mit dem aktuellen Gesetzesentwurf schon einige Veränderungen – auch im Hinblick auf die Pflege – feststehen, sind andere Regelungen noch offen. 2021 ist also ein entscheidendes Jahr für die Digitalisierung in der Pflege.

Einzahlen sollen diese Veränderungen selbstverständlich auf die Optimierung der Pflege: So haben Pflegebedürftige zukünftig die Möglichkeit, sich Rezepte auch digital ausstellen zu lassen, ihren Gesundheitszustand mit entsprechenden Apps zu unterstützen und diese über ihre Pflegekasse abzurechnen. Das soll einerseits dafür sorgen, dass Pflegebedürftige noch selbstständiger ihren Alltag bewältigen können und andererseits durch die Vereinfachung bestehender Prozesse Angehörige in der häuslichen Pflege entlasten.

Das Digitalisierungsgesetz bezieht sich allerdings nicht nur auf die Pflege, sondern wird auf das Gesundheitswesen angewendet. So profitieren nicht nur Pflegebedürftige von dem Gesetz für Digitale Versorgung und Pflege-Modernisierung.

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2. Optimale Pflege: In welchen Bereichen ist das Digitalisierungsgesetz für Pflegebedürftige wichtig?

2.1 Telematikinfrastruktur (TI)

Telematikinfrastruktur klingt komplizierter als sie ist: Eigentlich ist damit nämlich lediglich gemeint, dass der medizinische Austausch auch über Telefon oder Video vonstatten gehen kann. Durch den (finanziellen) Ausbau dieser Möglichkeit soll es zukünftig immer einfacher werden, Sprechstunden aus der Ferne abzuhalten, Gesundheitsdaten digital zu übermitteln und auch die Beratung zwischen verschiedenen Ärzten zu beschleunigen. Auch für die häusliche Pflege hat das seine Vorteile: Pflegebedürftige müssen sich dank der ausgebauten Telematikinfrastruktur nämlich nicht mehr physisch in eine Praxis bewegen, sondern können ihre Arzt-Termine auch von zu Hause aus wahrnehmen – das spart pflegenden Angehörigen unter Umständen enorm viel Zeit und den Pflegebedürftigen Kraft.

2.2 Digitale Pflegeanwendungen (DiPA)

Mit digitalen Pflegeanwendungen (kurz: DiPA) sind Apps oder Webanwendungen im Internet gemeint, die den Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen verbessern oder es ermöglichen, einfacher mit Angehörigen und/oder Pflegehilfen zu interagieren. Sie werden bei einem anerkannten Pflegegrad dank des Digitalisierungsgesetzes künftig von den Pflegekassen erstattet – allerdings nur, wenn der:die Pflegebedürftige dies beantragt. Wichtig für den Antrag ist, dass die kostenpflichtige App oder Webseite auf den Gesundheitszustand des:der Pflegebedürftigen einzahlt und als Optimierung der Pflege gesehen wird. Deshalb ist die frühzeitige Rücksprache mit der Pflegekasse entscheidend.

Bei den digitalen Pflegeanwendungen kann es sich zum Beispiel um Spiele zur Gedächtnisverbesserung, Übungen für die physische Gesundheit des:der Pflegebedürftigen oder eine Kommunikationsmöglichkeit für Angehörige und Pflegekräfte handeln. Für die Zukunft ist außerdem geplant, dass auch die Pflegeberatung digital stattfinden kann.

2.3 Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Seit Ende 2019 ist es durch das Gesetz zur Digitalen Versorgung (DVG) schon möglich, Gesundheits-Apps mit Rezepten abzurechnen – jetzt soll diese Option allerdings noch erweitert werden. Geplant sind die digitale Erstellung einer elektronischen Patientenakte, in der man seine benötigten digitalen Gesundheitsanwendungen festhalten kann, und die Vergütung von Heilmittelerbringern und Hebammen. In der Pflege kann vor allem die finanzielle Unterstützung für die Leistungen von Heilmittelerbringern von Vorteil sein, denn damit sind Physiotherapien, Krankengymnastik, Logopädie, Ergotherapie und die podologische Therapie gemeint. Auch der Datenschutz steht bei den Neuerungen der Digitalen Gesundheitsanwendungen im Fokus.

2.4 Elektronische Patientenakte (ePA)

Sind Ärzt:innen oder Krankenhäuser Teil der Telematikinfrastruktur, können sie für ihre Patient:innen auch eine elektronische Patientenakte einrichten – die übrigens ab 1. Juli 2021 verpflichtend wird. Die Patient:innen können allerdings immer selbst entscheiden, ob sie die ePA nutzen wollen. Der Vorteil liegt allerdings klar auf der Hand: In dieser Patientenakte werden alle Informationen über den Patienten oder die Patientin gebündelt und behandelnden Ärzt:innen einfacher zur Verfügung gestellt. Auch in der (häuslichen) Pflege kann es für einen besseren Überblick über die Gesundheitsdaten des:der Pflegebedürftigen sorgen.

2.5 E-Rezept

Ab Januar 2022 sollen elektronische Rezepte zur Arzneimittelverordnung eingesetzt werden – das kann nämlich Wege und Zeit ersparen. So kann man sich Rezepte einfach digital zuschicken lassen und entweder bei der Apotheke oder ebenfalls online einlösen. Das DVPMG sieht außerdem vor, diese Digitalisierung zukünftig auch auf die häusliche Pflege, die Intensivpflege und Soziotherapie zu übertragen – so werden Arzneimittel und Hilfsmittel einfacher zugänglich. Für die Umsetzung werden Pflegedienste und Heil- oder Hilfsmittelerbringer verpflichtet, sich an die Telematikinfrastruktur anzuschließen.

Noch Fragen? Gerne beantworten wir deine Fragen zum Digitalisierungsgesetz. Sende uns deine Fragen per Mail an hallo@deinePflege.de oder sprich persönlich mit unseren Pflege-Expert:innen unter der Nummer: +49 7751 9299060.